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Segelflug

Der Segelflug ist in unserem Verein nach wie vor die am intensivsten betriebene Sparte. Unsere Modelle reichen von reinen Zweckmodellen mit weniger als 1,5 Meter Spannweite bis zu maßstäblichen Nachbauten von Mann tragenden Segelflugzeugen bis zu etwa 6 Meter Spannweite. Dabei unterscheiden wir 3 Gruppen von Modellen, die für den jeweiligen Zweck optimiert sind. Dies sind:

Segelflugmodelle, die gut auf Thermik ansprechen,

Elektrosegelflugmodelle, Modelle mit Elektroantrieb, und

Hangsegelflugmodelle, die für den Hangflug speziell angepasst wurden.

 

Segelflugmodelle

In der klassischen Bauweise wurden sowohl die Tragfläche (Rippenbauweise), als auch der Rumpf (Spantenbauweise) mit Holz aufgebaut. Nach und nach wurden die Rippenbauweise der Tragflächen durch eine Sandwichbauweise aus Styropor (der Kern) mit Balsabeplankung ersetzt. Ein Rumpf in Glasfaserbauweise (Formenbau) ist seit langem Standard.

In den letzten Jahren werden immer mehr Modelle, die komplett in Glasfasertechnik erstellt sind, geflogen. Seit wenigen Jahren werden sogar Segelflugmodelle in Kohlefaserbauweise eingesetzt. Alle Elemente solcher Modelle werden in Formen erstellt. Daraus ergeben sich eine hohe Güte, hohe Festigkeit und niedriges Gewicht. Außerdem ist ein Austausch von schadhaften Elementen leicht möglich, da durch die Formen eine hohe Passgenauigkeit gegeben ist.

 

 

a Windenstart HP a Schlepp HP

 

In der Klasse Segler findet seit vielen Jahren regelmäßig und alljährlich ein vereinsinterner Wettbewerb statt. Dabei gilt es, nach genau 200 Sekunden auf einer Ziellinie zu landen. Dies ist der einzige Wettbewerb, wo der „Sieger“ einen Wanderpokal (also nur für ein Jahr) erhält. Wie man auf dem Bild unten sieht, wird die gesamte Palette dieser Bauweisen auch noch heute aktiv und erfolgreich bei einem Vereinswettbewerb eingesetzt.

 

Sparten Segler1

 

Elektrosegelflugmodelle

Wie es der Name schon verrät, handelt es sich hier um Segelflugmodelle. Beim (Hand-)Start, und zum mehrfachen Aufstieg auf 100 Meter wird kurzzeitig ein elektrischer Antrieb genutzt. Vor wenigen Jahren gab es in der Antriebstechnik eine wahre Revolution. Fast gleichzeitig bot die Industrie spezielle Elektromotore an, die im Vergleich zu den bisherigen Motoren  leicht, stark und verschleißarm sind.
 

 

Akkugroesse HP Dazu kam, dass die Antriebsakkus vergleichsweise sehr leicht und hoch belastbar wurden. In unserem Verein werden diese neuen Komponenten sehr zahlreich genutzt, zumal man bestehende Konstruktionen leicht umbauen konnte. Beide Antriebskomponenten sind nicht nur leichter, sondern sie benötigen auch weniger Platz (im Rumpf). Durch diese Sachverhalte stieg der Betrieb mit E-Seglern bei uns im Verein sprunghaft an.

Im Frühjahr wird in dieser Klasse alljährlich ein Vereinswettbewerb ausgetragen. Die Regeln sind einfach. Die Gesamtflugdauer beträgt genau 300 Sekunden. Gelandet wird ebenfalls auf einer Ziellinie. Die Besonderheiten sind, dass a) innerhalb der ersten 60 Sekunden auf der Ziellinie (zwischen-) gelandet werden muss. Der Abstand wird markiert. (und anschließen gemessen) Danach kann sofort der erneute Start erfolgen. Beide Landungen gehen in die Wertung ein. Die Spannweite bei uns eingesetzter Modelle reicht von 1,5 bis 4 Meter.

 

 

 

Hangsegelflug

Berg HP Dies ist bei uns am „Platz“ natürlich nicht möglich. Es gilt erst einmal in den Alpen ein geeignetes Fluggebiet zu finden. Im Gegensatz zum Thermikflug in der Ebene kommt es hier darauf an, dass der Wind möglichst genau, und in ausreichender Stärke „gegen den Hang“ bläst.

Ein Hang, also ein Berg, stellt in der Landschaft ein „Hindernis“ dar. Der Wind, der gegen dieses Hindernis bläst, weicht nach oben aus. Genau diese Strömung nach „oben“ wird beim Hangsegeln konsequent genutzt. Bei günstigen Bedingungen kann man buchstäblich stundenlang fliegen.
 

 

Eine kleine Gruppe unseres Vereines fährt seit 4 Jahren mindestens einmal im Jahr zum Hangfliegen in die Alpen. Das Gebiet stellt eine echte Ausnahmeerscheinung dar, zumal es hier gleich mehrere gute Landemöglichkeiten gibt, was in den Alpen selten der Fall ist. Und aufgrund der exponierten Lage gibt es bei „fehlendem Wind“ glücklicherweise i.d.R. Thermik (Südhang), so dass praktisch immer ausgedehnte Flüge möglich sind. Kommt „Hangaufwind“ und „Thermik“ gleichzeitig vor, so ist der Fun beim Fliegen unvergleichlich. Es geht dann immer „aufwärts“, und das kann gefährlich werden!

Während wir anfangs noch ganz normale Segler und E-Segler geflogen sind, so wurden bald Modelle gebaut, die von der Festigkeit her deutlich stabiler waren. Da kam die Bauweise in Karbonfasertechnik gerade richtig. Die starken Aufwinde bzw. Thermik erlauben ein sehr rasches „Steigen“. Es ist bei der Konstruktion der Modelle unerlässlich darauf zu achten, dass es einen gefahrlosen und schnellen Abstieg aus großer Höhe „überlebt“. Gerade der schnelle Abstieg macht auch den größten Spaß. Und im Gegensatz zur der Thermikfliegerei im Flachland ist hier nicht nach 100 Metern Abstieg Schluss. Hier geht es in der Regel noch viele hundert Meter weiter !!! Die Grenze nach „unten“ stellt nicht die Landschaft, das Modell oder das Können des Piloten dar. Die Grenze ist hier das menschliche Auge.

 

 

Gruppe3HangstartAlpina2A U T

Zusammengefasst: für das optimale/erfüllte Fliegen im Gebirge wurden speziell ausgelegte Segelflugmodelle erforderlich. Diese haben nun auch eine „"Bleikammer“. Eine mögliche Zuladung von bis zu 1 Kilo ist hier vorteilhaft. Da hier extrem hohe Fluggeschwindigkeiten erwünscht sind, muss bereits beim Bau auf niedrigen Luftwiderstand der gesamten Konstruktion geachtet werden. Man kann am Hang auch sehr gut E-Segler einsetzen, da ein hohes Gewicht des Modell bei günstigen Wetterverhältnissen keineswegs einen Nachteil darstellt. Die Konstruktion muss jedoch deutlich mehr aushalten als bei einem Thermikflug !!!

Elektrosegelflugmodelle haben einen unschätzbaren Vorteil. Kommt es einmal zu einem "„Absaufer“, so hat man eine echte "„Modell-Lebensversicherung“ eingebaut. Und am „Hang gibt es ein ungeschriebenes Gesetz: bei E-Seglern wird (möglichst) niemals der Motor eingeschaltet ! Ich kenne einen Fall, wo praktisch in 3 Tagen ausgedeht geflogen wurde. Jedoch der Motor nie eingeschaltet wurde. Der Antriebsakku (der mit BEC die Empfangsanlage versorgt) wurde auch nicht nachgeladen! So sollte es sein…….

wh