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Hallenflug in der Wintersaison

In den Wintermonaten verlagert sich der Flugbetrieb in die Sporthallen der Gemeinde Oberding. Das waren noch Zeiten, als man im tiefen Winter auf dem Modellflugplatz bei minus 5 Grad versuchte, seinen Verbrennungsmotor zum Laufen zu bewegen. Wenn es wieder einmal fest geschneit hatte war die Zufahrt zum Platz oft sehr schwierig. Finger und Füße froren gleichmäßig vor sich hin und nur einige Modellpiloten waren hart gegen sich selbst. Der Rest machte wetterbedingt Winterpause.

Sparte HallenflugDann kamen einige kluge Köpfe auf die Idee, die Winterpause durch Hallenflug zu überbrücken. Das  Fluggerät musste extrem leicht sein, um einen möglichst langsamen Flug in der beengten Halle zu ermöglichen. Als Antrieb dienten anfangs umgebaute Motoren aus CD-Laufwerken. Später wurden diese durch eigens für den Modellflug konstruierte Motoren abgelöst. Die Stromquellen setzten zunächst die Grenzen. Leicht und genügend Leistung mussten sie bringen. Kleine Akkus aus Handys hielten den Motoren nicht stand. Erst die Entwicklung der Lithium-Polymer-Zelle brachte den Erfolg. Diese kleinen Akkus wiegen ab 7,5 g und ermöglichen eine Flugzeit von rund 5 Minuten.

Hinzu kam, dass die Industrie extrem leichte Empfangssysteme  entwickelte. Jetzt war es kein großes Problem mehr, Modelle mit einer Spannweite von 80 cm und einem Fluggewicht von kaum mehr als 150 Gramm zu bauen. Als Material setzte sich 3 mm dicke Isolierplatten aus  Depron - eine Art Styropor - durch.

Für uns Piloten war der Hallenflugbetrieb eine wahrhaft gigantische Umstellung der Fluggewohnheiten und zugleich eine neue Herausforderung. War man draußen den unbegrenzten Flugraum gewohnt, wurde es in der Halle plötzlich eng. Decke und Wände stellten sich schnell als unüberwindliches Hindernis dar, dem man wohlweislich aus dem Weg flog. Zum Teil gelang das, aber auch öfters nicht und es rieselte Flugzeugteile. Eine Reparatur mit Sekundenkleber dauerte nur kurze Zeit und der nächste Flugversuch wurde mit großem Hallo wieder gestartet. Mittlerweile hat man sich an die Raumdimensionen gewöhnt und einige fliegen schon ein komplettes Kunstflugprogramm in diesem begrenzten Raum. Natürlich hat sich eine nationale und internationale Wettbewerbsszene in verschiedenen Kunstflugklassen gebildet.

Die Industrie ist dem Trend gefolgt und bietet einen preiswerten Einstieg an. Motore braucht keiner mehr selbst zu entwickeln und die Modelle gibt es bunt bedruckt in großer Auswahl.  Hier lässt sich auch mit kleinem Geldbeutel der Traum von eigenem Flieger erfüllen. Kein Wunder also, dass viele Anhänger dieser Sportart im Bereich der Jugendlichen zu finden sind.

Bild oben: Am 15. Februar 2009 fand die 2. Vereinsmeisterschaft statt. Die 19 Teilnehmer in 3 Klassen zeigen, wie beliebt diese Art des Modellfluges im Winter ist. Der FC Schwaig stellt uns seine schöne Halle in der Regel am Sonntagnachmittag zum Training zur Verfügung.