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Flöhe hüten in Oberding

Zu  der Zeit, als unser neuer Modellflug-Sportplatz mit dem Elan unserer Mitglieder entstand, wurde die Idee geboren, der Gemeinde Oberding für die wohlwollende Unterstützung etwas zurück zu geben. Das Ferienprogramm "Faszination Modellflug" wurde gestartet. Auch ich hatte mich als Flöhehüter gemeldet und war ziemlich neugierig, wie man mit den Kindern der heutigen Generation zu recht kommen würde.
Die jungen Teilnehmer trafen ein. Fragende Gesichter was der Nachmittag alles bringen würde - und uns erging es genauso. Nach der Begrüßung gab es erst ein bisschen Flugtheorie und warum ein Flugzeug besser fliegt als ein Stück Blei. Das ging bei dem einen oder anderen  Kinderohr rein, wurde im Kleinhirn noch mal umgelenkt, um das Ganze durch das andere Ohr unbekümmert wieder zu verlassen. Zu gespannt war man auf den Inhalt der kleinen Kartons, in denen die zu bauenden Modelle lagerten.

 

a Ferienprogramm DBUups - jetzt ging die Post ab. Der zaghafte Hinweis, die Bauanleitung sorgsam zu studieren ging im allgemeinen Getümmel unter. Kreatives Denken und Handeln gerieten in Wallung. Nach und nach gelang es dann doch, das lustige Chaos in geordnete Bahnen zu lenken. Eine Baustufe nach der anderen wurde fertig gestellt und siehe da, lauter freundliche, wissbegierige und oft sehr geschickte Bastler. Bei den Buben ging schon mal ein Bauteil zu Bruch, bevor es überhaupt an der Reihe war, oder ein Segment  wurde  dort festgeklebt, für das der Konstrukteur eine völlig andere Stelle vorgesehen hatte. Mit Geduld wurde das Teil wieder wegoperiert und der angedachten Verwendung zugeführt. Die Mädchen begannen anfangs eher zurückhaltend und schüchtern. Doch sehr bald war das Eis gebrochen und man konnte über ihre sehr saubere Bauausführung nur so staunen.

 

Dann  hatten alle ihre Modelle fertig. Erstaunlich, wie so kleine bunt bedruckten Balsateile eine Welle der Begeisterung und Besitzerstolz auslösten.  "Habe ich selber gebaut" war da wohl der Hauptgrund. Zum geplanten Wettbewerb, welches Fluggerät  den längsten Flug schafft, traten einige schon mit reichlich zerfleddertem Gerät an. Zu groß die Neugierde, ob das Teil wirklich fliegt und  jeglicher noch so Kraft strotzender Starttechnik standhält. Ab dann stieg der Klebstoffverbrauch beträchtlich. Für uns bemerkenswert war die Erkenntnis, dass viel Kleber mit etwas Holz tatsächlich auch noch fliegt, statt anders herum. Mit leicht erhöhtem Geräuschpegel und sportlichem Ehrgeiz versuchte nun jeder auf seine Weise sein Fliegerchen auf die Reise zu schicken. Wie im richtigen Leben gab es gute und noch bessere Werfer und natürlich zum Schluss auch Sieger, aber keine Verlierer.
Stolz wurde den abholenden Eltern das Produkt der Bastelstunden gezeigt, auch wenn manchmal nur noch Fragmente vorhanden waren. Gerüchteweise haben wir später erfahren, dass tatsächlich ein paar Kinder ihr Kunstwerk völlig unbeschädigt bis nach Hause gerettet haben. Ein Wunder!!
Auf die Frage, wie es denn mir gefallen habe und ob ich nächstes Mal wieder dabei wäre, brauchte ich nicht lange überlegen. Ja, gerne wieder, es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht.

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